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Monterotondo Marittimo - die brodelnde Toskana

  • Autorenbild: Antares
    Antares
  • 8. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Es gibt Orte, die tun so, als wären sie völlig normal.

Und dann gibt es Monterotondo Marittimo – ein Ort, den nur wenige kennen, der dir zuruft:

„Willkommen! Aber pass auf, es könnte unter deinen Füßen heiß werden!“

 

Ich, Antares deine immer fröhliche, italienisch quakenende Quietschente, liebe genau das.

Du wahrscheinlich auch.

Also was hindert uns am entdecken - lass uns losfliegen.

 

Monterotondo Marittimo

 

🌄 Wohin fliegen wir genau?

 

Bevor wir uns in den Dampf stürzen, schauen wir mal wo Monterotondo Marittimo eigentlich liegt:

Wie ein kleiner Edelstein klebt das Dorf mit seinen 1200 Einwohnern auf den Colline Metallifere ( den eisenhaltigen Hügeln) der südlichen Toskana, die auch Maremma genannt wird.

Die Landschaft ist ein Mosaik aus sanften Hügeln, dunklen Eichenwäldern und hellen Mineralflächen, die in der Sonne glitzern, als hätte die Erde Salz und Zucker ausgestreut.

 

Vom Tal aus gesehen wirkt das Dorf klein, ruhig, fast verschlafen – bis du näher kommst und merkst, dass die Erde hier ihren eigenen Willen hat (stur wie eine Frau🫣).

Weiße Felsen, rote Steinbrocken, dampfende Quellen und schimmernde Mineralien – alles scheint zu sagen: „Komm, ich zeige dir etwas ganz Besonderes.“

 

Und genau diese Landschaft lädt ein, den Rundweg Le Biancane zu entdecken.

 


Fumarole

 

 

🌋 Le Biancane – Der Rundweg, auf dem die Erde schlechte Laune vortäuscht

 

Ich starte vom Parkplatz des Museums "MUBIA“ aus den Lehrpfad Le Biancane. Der Boden unter mir knistert, Dampf steigt auf, Schwefel duftet… nun ja, nicht nach Parfümerie, aber nach Abenteuer.

 

Ich laufe oder besser gesagt ich watschle über die weißen Hügel, unendliche Stufen hinauf und frage mich irgendwann: 

Bin ich wirklich in der Toskana – oder habe ich den falschen Bus zum Mond erwischt.“

 

Dann kommt der Moment, an dem ein Dampfstrahl unverhofft vor mir hochschießt – natürlich genau dann, wenn ich mich bücke um das Gestein etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ich glaube heimlich, dass Le Biancane Humor hat und mich neppt.

 

An manchen Stellen, dort wo der Boden besonders heiß ist, kann ich mir kaum verkneifen, einen Blick auf die dampfenden Stellen zu werfen und mein Kopfkino läuft wieder einmal auf Volltouren.

 „Wenn ich hier eine Pfanne hinlege, könnte ich mir gleich Würstchen zum Frühstück braten.“

Und während ich darüber nachdenke, grinse ich.

Auch du würdest lachen, wenn du mich dort hocken siehst, mit meinem imaginären Frühstück in der Hand.

 

 

🟡 Schwefel – die Heilapotheke der Erde


Schwefel riecht… nennen wir es „charakterstark“.

Aber er ist eine echte Natur-Apotheke, denn es hilft bei

-         Hautproblemen,

-         schmerzenden Gelenken und sogar bei Rheuma,

-         Atemwegsproblemen und

-         ist durchblutungsfördernd

 

Die alten Römer nannten diese Orte „Porta Salutis“ – Pforten oder Türen bzw. Tore zur Gesundheit.

Und wenn du genau hinsiehst, kannst du auch die Ruinen der alten Schwefelbäderbecken entdecken.

Stille Mauern, sehr bröckelig, aber voller Persönlichkeit – ein antikes Spa, nur ohne Wellnessmusik und Handtuchservice.

 

Ich setze mich auf einen der warmen Steine, streife mit meinen Federn über die rauen Kanten und denke: 

Diese Bäder sind nicht verfallen. Sie ruhen. So wie Heilung manchmal ruht, bis wir bereit dafür sind.“ (mein Gott bin ich heute wieder tiefgründig)



Schwefelwasserbecken

 

  

🏺 Mythologie – Hephaistos, Sethlan - die dampfenden Götter

 

Wenn du durch Le Biancane läufst, verstehst du sofort, warum die alten Griechen überall Götter sahen.

Dieser Ort schreit förmlich: „Hier unten wohnt jemand mit Feuereifer!“

 

Ich stelle mir vor, wie Hephaistos, der Gott der Schmiedekunst, aus einer der vielen Fumarolen krabbelt, sich den Ruß von der Stirn wischt und ruft:

 „Sorry Leute, Zeus Blitze reparieren dauert länger als gedacht!

 

Die Etrusker hingegen ehrten Sethlans, ihren Feuergott, der über alle heißen Quellen wachte.

Vielleicht stand er dort, spürte die Hitze und murmelte zufrieden: 

Gute Arbeit, Erde. Weiter so, nur keine Müdigkeit vortäuschen.

 

Und ganz ehrlich: An diesem Ort könnte heute noch ein Gott aus dem Boden steigen – und niemand wäre überrascht.

Nicht mal ich.

 

 

 

🏡 Das Dorf mit Fernwärme – ökologisch modern, gemütlich und ein bisschen vertäumt

 

Unten im Dorf herrscht nur Ruhe, Sonne, Zufriedenheit.

Über die Heizkostenabrechnung brauchen sich die Bewohner auch keine Sorgen zu machen, denn Dank des benachbarten Heizkraftwerkes bekommen sie die Energie sehr kostengünstig (teilweise bis zu – 50%)

 

Ich setzte mich in eine Bar und nippe an meinem Cappuccino (ja ich darf, denn es ist noch Vormittag). Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf: 

Vielleicht wurde die Milch für meinen Kaffee hier mit der warmen Luft erhitzt?“

Ich lächle, lehne mich zurück und wünsche mir: „Hoffentlich haben sie den Schwefelgeruch herausgefiltert“.

 


Geothermie Kühlturm Kraftwerk

 

 

🖼️ Museo delle Biancane – klein, schlau und witzig

 

Das Museum ist ein kleiner Schatz: Modelle, Fotos, Geschichte, Geologie – alles knackig aber sehr liebevoll erklärt.

Besonders mag ich das alte schwarz-weiße Foto von den Männern, die mitten in dampfenden Fumarolen posieren, als wäre es ein ganz normaler Arbeitsplatz.

 

Heute würden wir sagen: „Bitte Helm, Brille, Handschuhe, Schutzanzug!

Damals offenbar: „Wir stellen uns einfach rein. Wird schon.

Respekt. Und ein bisschen Kopfschütteln.


Antares die Quietschente

 

 

💛 Warum du unbedingt hier her kommen solltest

 

Weil Monterotondo Marittimo:

 

Warm ist (im wörtlichen Sinn) – vor allem im Winter

Mystisch und mythologisch ist

Geologisch völlig durchgeknallt ist

Absolut liebenswert

Einen wunderbaren Blick in Richtung Piombino und das tyrrhenische Meer bietet

 

Und weil du, genau du, einmal erleben solltest, wie es sich anfühlt, wenn Mutter Erde dir zulächelt – und ein bisschen kichert, während du über Le Biancane läufst.

 

Ich mache dann wieder einen Abflug, denn das nächste Abenteuer wartet bereits auf mich.

Bis zum nächsten Mal - dein "duftender" ANTARES🐥





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